Vom gefeierten Kinderstar zur verurteilten Straftäterin. Lindsay Lohan hat mit ihren 23 Jahren mehr durchgemacht als andere Promis im ganzen Leben. Im Knast kann das einstige It-Girl jetzt erstmal über ihren tiefen Fall nachdenken. Doch die "Auszeit" hinter Gittern endet eher als gedacht.
Lindsay kann aufatmen. Wie ein Sheriff kurz nach ihrer Inhaftierung am Dienstagmorgen mitteilte, wird die 23-Jährige gerade mal 13 Tage ihrer dreimonatigen Haftstrafe hinter Gittern verbringen. Bereits am 1. August könnte "LiLo" demnach wieder in die Freiheit spazieren. Ursprünglich war von 23 Tagen die Rede. Klar war, dass die US-Schauspielerin nicht die volle Zeit absitzen muss. Die kalifornischen Gefängnisse sind so überfüllt, dass der Großteil der Haftstrafen - bei minderschweren Delikten - zur Bewährung ausgesetzt wird. Auch erste Knast-Insider melden sich zu Wort: "Lindsay ist sehr freundlich und entgegenkommend", heißt es aus der Lynwood Vollzugsanstalt. Nach der Entlassung erwarten das Hollywood-Starlet strenge Bewährungsauflagen: Lohan muss ein Jahr nüchtern und clean bleiben, drei Monate in deine Entzugsklinik und bis August 2011 für unangemeldete Alkohol- und Drogentests zur Verfügung stehen.
Um 10.11 Uhr Ortszeit L.A. (19.11 Uhr mitteleuropäischer Zeit) checkte Lindsay Lohan ins Gefängnis ein. "Sie war sehr kooperativ und durchläuft gerade noch die üblichen medizinischen und psychologischen Routine-Untersuchungen", war alles, was ein Sheriff nach Lindsays Inhaftierung zunächst verraten wollte.
Um 9.45 Uhr Ortszeit fuhr die silberne Limousine durch das Gefängnistor auf den abgeschirmten Innenhof der Justizvollzugsanstalt in Lynwood, Los Angeles. Auf dem Rücksitz: Lindsay Lohan, 24, die hier ab sofort 90 Tage Freiheitsstrafe wegen wiederholter Verstöße gegen ihre Bewährungsauflagen absitzen soll. Bereits 2007 saß sie in Lynwood 84 Minuten ein - wegen Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Auch damals wurde der Freiheitsentzug wegen drastischer Zellen-Überfüllung auf ein Minimal-Maß reduziert.
Top gestylt zum Haftantritt
Um 8.35 Uhr Ortszeit traf Lindsay Lohan mit genau fünf Minuten Verspätung am Gericht von Beverly Hills ein. In Röhrenjeans, grauem Shirt, dunklem Blazer und Peeptoe-Booties hastete die 24-Jährige durch die Meute von Fotografen und Kamerateams. An ihrer Seite: Anwältin Shawn Chapman und Mama Dina Lohan. Mit frisch blondierten Haaren und einer dicken Schicht Make-up war Lindsay gekommen, ihre 90-tägige Haftstrafe anzutreten.
Der US-Onlinedienst "TMZ" berichtete live vom Gerichtsgebäude und entdeckte dort auch LiLos Vater Michael Lohan. Laut seiner Pressesprecherin hat er den ganzen Morgen betend zugebracht und sei in Gedanken bei seiner Tochter. Die beiden sind seit Jahren zerstritten und Lindsay bezeichnete ihren Vater öffentlich als Versager und Lügner.
Die letzten Tage in Freiheit verbrachte der einst gefeierte Kinderstar ("Mean Girls") in der Promi-Entzugsklinik "Pickford Lofts" in West Hollywood. Ein letztes, verzweifeltes Zeichen der Reue, um ihre Haftstrafe zu mildern? Manche munkeln ihr Anwalt Robert Shapiro habe das gefallene It-Girl dazu überredet, um Werbung für die Einrichtung zu machen. Nicht ganz unwahrscheinlich wurde sie doch vom Anwalt selbst gegründet, dessen Sohn schwer drogenabhängig war.
Freunde berichten, dass die Schauspielerin zuletzt vollkommen aufgelöst und reines Nervenbündel gewesen sei. „Es war ein hartes Wochenende“, so ein Insider gegenüber „People.com“. „Lindsay konnte nicht schlafen und hat kaum gegessen. Sie hat die ganze Zeit geweint, Kette geraucht und an ihren Fingernägeln gekaut“, so der Informant weiter.
Sogar ihre Ex-Freundin, DJane Samantha Ronson (32), besuchte Lindsay in "Rehab", um ihrer einstigen Liebe beizustehen. Die Trennungsschlammschlacht nach dem Beziehungs-Aus im letzten Jahr? Vergessen. Auch Mutter Dina wich nicht von der seite ihrer Tochter und sogar Star-Anwältin Shawn Chapman Holley übernahm wieder Lindsays Fall. Holley hatte nach Verkündung des Strafmaßes den Fall abgegeben und ihre Mandantin als "unberechenbar" bezeichnet. Doch nachdem ihr Nachfolger Promi-Anwalt Robert Shapiro Lindsay jetzt kurz vor der Einbuchtung sitzen ließ, hatte Holley offenbar Mitleid und Shapiro was er wollte: Werbung für "Pickford Lofts".
Bitter für Lindsay, jeder in ihrer Umgebung scheint ihre Notlage für seine eigenen Zwecke nutzen zu wollen. Bereits letztes Jahr verkaufte ihr Vater Mitschnitte eines ihrer Telefongespräche, in dem die Schauspielerin verzweifelt schluchzte: "Niemand denkt mal an mich. Es geht immer nur darum, wie die anderen sich fühlen. Niemand kümmert sich um mich und meine Gefühle. Es ging nie um mich - es sei denn ich kämpfe darum." Hoffen, wir das Lindsay nach allem noch genug Kraft hat für sich zu kämpfen.
Mittwoch, 21. Juli 2010
S-Bahn-Zugführer hält Brunner für Angreifer
München (dpa) - Die mutmaßlichen Schläger vom S-Bahnhof Solln haben aus Sicht eines Zeugen den Manager Dominik Brunner nicht von sich aus angegriffen. Brunner sei am Bahnsteig «zügig mit zwei Schritten» auf die beiden zugegangen und habe einem mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sagte der S-Bahn-Zugführer am Dienstag vor dem Landgericht München I.
«Die beiden Angeklagten waren äußerst überrascht - wie ich», sagte der 46-Jährige. Für ihn sei Brunner der Angreifer gewesen - er habe nichts von der vorangegangenen Auseinandersetzung mitbekommen. «Er hätte einfach nur gehen müssen, der Herr Brunner. Es war aus meiner Sicht genug Zeit, um zu gehen», sagte der Bahnbedienstete.
Brunner war vor zehn Monaten von den beiden Angeklagten Sebastian L. (18) und Markus S. (19) am S-Bahnhof Solln zusammengeschlagen worden, als er vier Schüler vor ihnen in Schutz nehmen wollte. Die beiden stehen wegen Mordes vor Gericht.
«Jetzt gibt's hier hinten Ärger», habe Brunner gesagt, berichtete der Zugführer. Die beiden Angeklagten seien «ganz normal ausgestiegen wie jeder andere auch», sagte der Zeuge. «Als sie dann in der Nähe von Herrn Brunner waren, ging Herr Brunner zügig mit zwei Schritten auf sie zu und schlug einem mit der Faust ins Gesicht.»
Anschließend habe der 50-Jährige gesagt: «Das klären wir jetzt mit der Polizei.» Er habe deshalb geglaubt, die Sache sei erledigt, berichtete der Zugführer - zumal der Mann, der zuerst zugeschlagen hatte, von sich aus von der Polizei gesprochen habe. Er habe daraufhin seinen Fahrdienstleiter verständigt und sei weitergefahren.
«Die beiden Angeklagten waren äußerst überrascht - wie ich», sagte der 46-Jährige. Für ihn sei Brunner der Angreifer gewesen - er habe nichts von der vorangegangenen Auseinandersetzung mitbekommen. «Er hätte einfach nur gehen müssen, der Herr Brunner. Es war aus meiner Sicht genug Zeit, um zu gehen», sagte der Bahnbedienstete.
Brunner war vor zehn Monaten von den beiden Angeklagten Sebastian L. (18) und Markus S. (19) am S-Bahnhof Solln zusammengeschlagen worden, als er vier Schüler vor ihnen in Schutz nehmen wollte. Die beiden stehen wegen Mordes vor Gericht.
«Jetzt gibt's hier hinten Ärger», habe Brunner gesagt, berichtete der Zugführer. Die beiden Angeklagten seien «ganz normal ausgestiegen wie jeder andere auch», sagte der Zeuge. «Als sie dann in der Nähe von Herrn Brunner waren, ging Herr Brunner zügig mit zwei Schritten auf sie zu und schlug einem mit der Faust ins Gesicht.»
Anschließend habe der 50-Jährige gesagt: «Das klären wir jetzt mit der Polizei.» Er habe deshalb geglaubt, die Sache sei erledigt, berichtete der Zugführer - zumal der Mann, der zuerst zugeschlagen hatte, von sich aus von der Polizei gesprochen habe. Er habe daraufhin seinen Fahrdienstleiter verständigt und sei weitergefahren.
Montag, 19. Juli 2010
Coca-Cola ködert Jugendliche mit Porno
Eine schmutzige Promotion-Aktion sorgt für Ärger bei Coca-Cola: Das Unternehmen musste eine Internetkampagne abbrechen, nachdem Eltern den Getränke-Hersteller beschuldigt hatten, pornographische Anspielungen zu nutzen, um bei Jugendlichen Werbung für sich zu machen.
Objekt des Anstoßes ist eine Marketing-Kampagne auf dem sozialen Netzwerk „Facebook“ für „Dr. Pepper“, ein Getränk, das mitunter Coca-Cola vertreibt. Bei der Reklame wurde eine Anspielung auf einen bekannten Pornofilm an die digitale „Pinnwand“ eines minderjährigen Mädchens geschrieben. Das berichtet der „Daily Telegraph“.
Teil der Promotion-Aktion war es auch, dass Facebook-Nutzer das Unternehmen autorisierten, in ihrem Namen Statusmeldungen auf den Seiten der User zu veröffentlichen. Normalerweise geben Facebook-Nutzer anhand dieser Meldungen auf ihrer Pinnwand eigenständig Nachrichten aus ihrem Alltag kund. Diese Nachrichten können in der Regel alle ihre Kontakte sehen.
Die Freigabe der Status-Meldungen nutzte Facebook offenbar, um peinliche Nachrichten im Namen der User zu posten. Mehr als 160.000 Menschen registrierten sich für diese „lustigen“ Falschmeldungen, die solche Nachrichten beinhalteten wie „Hab mein Lieblingsdeckchen verloren. Wie kann ich jetzt Bubu machen?“ oder „Was ist falsch daran, Pipi in der Dusche zu machen?“.
Doch das Marketing ging nach hinten los, als ein Elternteil sich über eine vom Unternehmen geschriebene Statusmeldung auf der Facebook-Seite ihrer 14-jährigen Tochter beschwerte. Dort hieß es nämlich, dass diese einen Hardcore-Pornofilm gesehen hätte, der bekannt für die in ihm dargestellten, obszönen Praktiken ist. Im Status wurde der Film namentlich genannt.
Die Mutter war besonders aufgebracht darüber, dass die Tochter daraufhin im Internet nach dem Film gesucht hätte. Auf einem Netzwerk für Eltern ließ Mrs. Rickman nach Informationen des „Daily Telegraph“ ihrem Ärger freien Lauf: „Ich schnaube vor Wut und bin angewidert. Ich verlange eine volle Entschuldigung und Erklärung.“
Laut ihren Angaben hat Coca-Cola offenbar offensiv versucht, sie mit einem Hotel- und Theatergutschein zu beschwichtigen. Doch dieser Deal zog nicht bei der aufgebrachten Mutter. Viele der User schlugen sich auf die Seite von Mrs. Rickman und lobten sie für ihr Engagement.
Coca-Cola hat sich mittlerweile für den Vorfall entschuldigt und eine Untersuchung des Falls anberaumt. Leitende Angestellte gaben zu, dass sie die beleidigenden Nachrichten abgesegnet hätten, ohne sich ihrer wahren Bedeutung bewusst gewesen zu sein.
„Wir wurden in Kenntnis darüber gesetzt, dass die „Dr. Pepper“-Werbung auf Facebook eine anstößige Statusmeldung zu verantworten hat. Wir entschuldigen uns für jede Art von Beleidigung, die sie verursacht hat“, zitiert das britische Nachrichtenportal den Sprecher. „Sobald wir uns dieser Sache bewusst waren, haben wir sofort Maßnahmen ergriffen und die Statusmeldung entfernen lassen. Wir haben uns auch entschieden, die Promotion-Aktion zu beenden. Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt.“
Objekt des Anstoßes ist eine Marketing-Kampagne auf dem sozialen Netzwerk „Facebook“ für „Dr. Pepper“, ein Getränk, das mitunter Coca-Cola vertreibt. Bei der Reklame wurde eine Anspielung auf einen bekannten Pornofilm an die digitale „Pinnwand“ eines minderjährigen Mädchens geschrieben. Das berichtet der „Daily Telegraph“.
Teil der Promotion-Aktion war es auch, dass Facebook-Nutzer das Unternehmen autorisierten, in ihrem Namen Statusmeldungen auf den Seiten der User zu veröffentlichen. Normalerweise geben Facebook-Nutzer anhand dieser Meldungen auf ihrer Pinnwand eigenständig Nachrichten aus ihrem Alltag kund. Diese Nachrichten können in der Regel alle ihre Kontakte sehen.
Die Freigabe der Status-Meldungen nutzte Facebook offenbar, um peinliche Nachrichten im Namen der User zu posten. Mehr als 160.000 Menschen registrierten sich für diese „lustigen“ Falschmeldungen, die solche Nachrichten beinhalteten wie „Hab mein Lieblingsdeckchen verloren. Wie kann ich jetzt Bubu machen?“ oder „Was ist falsch daran, Pipi in der Dusche zu machen?“.
Doch das Marketing ging nach hinten los, als ein Elternteil sich über eine vom Unternehmen geschriebene Statusmeldung auf der Facebook-Seite ihrer 14-jährigen Tochter beschwerte. Dort hieß es nämlich, dass diese einen Hardcore-Pornofilm gesehen hätte, der bekannt für die in ihm dargestellten, obszönen Praktiken ist. Im Status wurde der Film namentlich genannt.
Die Mutter war besonders aufgebracht darüber, dass die Tochter daraufhin im Internet nach dem Film gesucht hätte. Auf einem Netzwerk für Eltern ließ Mrs. Rickman nach Informationen des „Daily Telegraph“ ihrem Ärger freien Lauf: „Ich schnaube vor Wut und bin angewidert. Ich verlange eine volle Entschuldigung und Erklärung.“
Laut ihren Angaben hat Coca-Cola offenbar offensiv versucht, sie mit einem Hotel- und Theatergutschein zu beschwichtigen. Doch dieser Deal zog nicht bei der aufgebrachten Mutter. Viele der User schlugen sich auf die Seite von Mrs. Rickman und lobten sie für ihr Engagement.
Coca-Cola hat sich mittlerweile für den Vorfall entschuldigt und eine Untersuchung des Falls anberaumt. Leitende Angestellte gaben zu, dass sie die beleidigenden Nachrichten abgesegnet hätten, ohne sich ihrer wahren Bedeutung bewusst gewesen zu sein.
„Wir wurden in Kenntnis darüber gesetzt, dass die „Dr. Pepper“-Werbung auf Facebook eine anstößige Statusmeldung zu verantworten hat. Wir entschuldigen uns für jede Art von Beleidigung, die sie verursacht hat“, zitiert das britische Nachrichtenportal den Sprecher. „Sobald wir uns dieser Sache bewusst waren, haben wir sofort Maßnahmen ergriffen und die Statusmeldung entfernen lassen. Wir haben uns auch entschieden, die Promotion-Aktion zu beenden. Wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt.“
Samstag, 17. Juli 2010
It´s Twittertime - how to use Twitter!? Wie funktioniert Twitter?
Im Rahmen der Fachtagung Zukunft Online PR 2009 hat Olaf Kohlbrück von Horizont einen Twitter-Workshop angeboten. Er selbst ist bei Twitter als off_the_record unterwegs, außerdem betreibt er ein gleichnamiges Blog.
Fragen Sie mal jemanden, wie Twitter funktioniert. Im ersten Satz hören Sie: “das ist wie eine SMS mit 140 Zeichen.” Spätestens der zweite Satz lautet: “Probiers einfach mal aus”. Also: Learning by doing. So haben wir es auch im Workshop gehalten. Wunderbar, denn so hatte Herr Kohlbrück direkt 35 neue Follower. Und mich finden Sie jetzt auch bei Twitter. Ehrlich gesagt, tue ich mich noch ein bißchen schwer: meistens ist mein Kaffee schon leer, bevor ich dazu komme der Welt mitzuteilen, dass ich mir gerade eine Ladung Koffein geholt habe. Aber gut, ich arbeite daran. Und eigentlich ist das ja auch falsch. off_the_record hat es als “Geburtsfehler” von Twitter bezeichnet. Die Aufforderung zum 140-Zeichen-tippen lautet “what are you doing” und genau darin liegt das Problem. Laut Kohlbrück müsste es vielmehr heißen “what are you interested in right now”. Okay, das habe ich verstanden. Ich bin an neuen Bloglesern interessiert. Also verweise ich nun erstmal auf neue Beiträge. Dafür brauche ich aber zunächst Leute, die mir folgen und auch lesen, wenn ich etwas mitzuteilen habe.
Das Prinzip von Twitter hat Ihnen Anna ja bereits erläutert. Nach der kostenlosen und unkomplizierten Registrierung können Sie anderen Leuten folgen, also deren Kurznachrichten lesen. Der ein oder andere wird auf Ihr Profil klicken und wenn er es interessant findet, folgt er Ihnen auch. D. h. er liest zukünftig Ihre Beiträge. Sie könnten also schreiben “wir bringen in vier Wochen Produkt XY auf den Markt. Mit einer E-Mail an info@neuprodukt.de können Sie es vorab testen”. Das sind 118 Zeichen. Twitter ist also ein weiterer Kanal, den Sie für Werbung, Online-Reputation und als Informationsquelle nutzen können. Wenn Sie mit einem attraktiven Profil und spannenden Beiträgen aufwarten können, kann dies die Zahl Ihrer Follower natürlich steigern. Dies widerum hat zur Folge, das Twitterer, die zukünftig auf Ihr Profil klicken und die hohe Anzahl an Followern sehen, Ihren Account als wichtig einstufen und Ihnen ebenfalls folgen.
Wie schreibe ich Nachrichten bei Twitter?
Entweder tippen Sie einfach die (maximal) 140 Zeichen in das Feld “what are you doing”. Dann ist es für alle sichtbar.
Wenn Sie jemandem auf sein Posting antworten möchten, setzen Sie ein @ plus Name von demjenigen vor Ihre Nachricht. Wenn Sie mir also schreiben wollten, sähe das so aus: “@melschyja Ich twittere jetzt auch”. Aber Achtung: das wird mir dann angezeigt, ist aber trotzdem öffentlich, also auch für alle anderen Twitterer einsehbar. Wenn Sie eine exklusive Nachricht an ausschließlich eine Person schicken möchten, nutzen Sie die Option der Direct Messages. Das geht entweder rechts über die Menüleiste oder indem Sie ein d plus Leerzeichen vor den Namen des Empfängers setzen. Also: “d melschyja Ich twittere jetzt auch”
Wie finde ich interessante Menschen, denen ich folgen kann (following_me)?
Herr Kohlbrück empfiehlt hierzu twitter.grader.com. Dort wird eine Suchfunktion angeboten. Sie können dann z. B. nach Twitterern in Ihrer Stadt suchen. Bei Twitter selbst können Sie über “Find People” auch Ihr E-Mail-Adressbuch mit Twitter abgleichen und sehen, ob einige Ihrer Kontakte bereits twittern. Dies funktioniert allerdings nur bei Gmail, Yahoo, AOL, Hotmail und MSN. Für Outlook-Kontakte besteht diese Option also nicht. Über den Dienst friendfeed können Sie ebenfalls Ihre Kontakte auf einen Twitter-Account hin überprüfen.
Was ist also Twitter?
Einerseits ein sehr unterhaltsames Medium. Andererseits ein Medium, mit dem man schnell viele Informationen erzeugen oder konsumieren kann. Twitter lebt von seiner Schnelligkeit. Außerdem können Sie sich schnell und unkompliziert mit anderen Usern vernetzen.
Ein paar Fakten:
76 Prozent aller Twitterer haben maximal 50 Follower. Pro Tag verzeichnet Twitter 5.000 bis 10.000 neue Nutzer. Der Wert von Twitter wird auf 500 Mio. USD beziffert und leitet sich aus einem Kaufangebot von Facebook ab. In Deutschland nutzen bereits 100.000 Menschen Twitter. Alle diese Informationen habe ich von Herrn Kohlbrück, daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen Twitter etwas näher bringen. Wenn Sie sich jetzt einen Account einrichten, lassen Sie es mich wissen! Ich denke, Twitter ist definitiv das Medium der Zukunft und wird den Blogs langfristig den Rang ablaufen. Damit meine ich, dass die Quintessenz zukünftig über Twitter verbreitet wird, ähnlich wie ein Newsticker. Wer mehr Informationen will, kann diese dann in Blogs oder gar in den klassischen Medien nachlesen. Ich werde mich also zukünftig intensiver mit Twitter beschäftigen. Noch vergesse ich es häufig, aber ich werde daran arbeiten, es in meinen Alltag zu integrieren. Vorher muss ich aber erstmal meine Seite personalisieren ;-)
P.S. Probieren Sie Twitter einfach mal aus! :-)
Fragen Sie mal jemanden, wie Twitter funktioniert. Im ersten Satz hören Sie: “das ist wie eine SMS mit 140 Zeichen.” Spätestens der zweite Satz lautet: “Probiers einfach mal aus”. Also: Learning by doing. So haben wir es auch im Workshop gehalten. Wunderbar, denn so hatte Herr Kohlbrück direkt 35 neue Follower. Und mich finden Sie jetzt auch bei Twitter. Ehrlich gesagt, tue ich mich noch ein bißchen schwer: meistens ist mein Kaffee schon leer, bevor ich dazu komme der Welt mitzuteilen, dass ich mir gerade eine Ladung Koffein geholt habe. Aber gut, ich arbeite daran. Und eigentlich ist das ja auch falsch. off_the_record hat es als “Geburtsfehler” von Twitter bezeichnet. Die Aufforderung zum 140-Zeichen-tippen lautet “what are you doing” und genau darin liegt das Problem. Laut Kohlbrück müsste es vielmehr heißen “what are you interested in right now”. Okay, das habe ich verstanden. Ich bin an neuen Bloglesern interessiert. Also verweise ich nun erstmal auf neue Beiträge. Dafür brauche ich aber zunächst Leute, die mir folgen und auch lesen, wenn ich etwas mitzuteilen habe.
Das Prinzip von Twitter hat Ihnen Anna ja bereits erläutert. Nach der kostenlosen und unkomplizierten Registrierung können Sie anderen Leuten folgen, also deren Kurznachrichten lesen. Der ein oder andere wird auf Ihr Profil klicken und wenn er es interessant findet, folgt er Ihnen auch. D. h. er liest zukünftig Ihre Beiträge. Sie könnten also schreiben “wir bringen in vier Wochen Produkt XY auf den Markt. Mit einer E-Mail an info@neuprodukt.de können Sie es vorab testen”. Das sind 118 Zeichen. Twitter ist also ein weiterer Kanal, den Sie für Werbung, Online-Reputation und als Informationsquelle nutzen können. Wenn Sie mit einem attraktiven Profil und spannenden Beiträgen aufwarten können, kann dies die Zahl Ihrer Follower natürlich steigern. Dies widerum hat zur Folge, das Twitterer, die zukünftig auf Ihr Profil klicken und die hohe Anzahl an Followern sehen, Ihren Account als wichtig einstufen und Ihnen ebenfalls folgen.
Wie schreibe ich Nachrichten bei Twitter?
Entweder tippen Sie einfach die (maximal) 140 Zeichen in das Feld “what are you doing”. Dann ist es für alle sichtbar.
Wenn Sie jemandem auf sein Posting antworten möchten, setzen Sie ein @ plus Name von demjenigen vor Ihre Nachricht. Wenn Sie mir also schreiben wollten, sähe das so aus: “@melschyja Ich twittere jetzt auch”. Aber Achtung: das wird mir dann angezeigt, ist aber trotzdem öffentlich, also auch für alle anderen Twitterer einsehbar. Wenn Sie eine exklusive Nachricht an ausschließlich eine Person schicken möchten, nutzen Sie die Option der Direct Messages. Das geht entweder rechts über die Menüleiste oder indem Sie ein d plus Leerzeichen vor den Namen des Empfängers setzen. Also: “d melschyja Ich twittere jetzt auch”
Wie finde ich interessante Menschen, denen ich folgen kann (following_me)?
Herr Kohlbrück empfiehlt hierzu twitter.grader.com. Dort wird eine Suchfunktion angeboten. Sie können dann z. B. nach Twitterern in Ihrer Stadt suchen. Bei Twitter selbst können Sie über “Find People” auch Ihr E-Mail-Adressbuch mit Twitter abgleichen und sehen, ob einige Ihrer Kontakte bereits twittern. Dies funktioniert allerdings nur bei Gmail, Yahoo, AOL, Hotmail und MSN. Für Outlook-Kontakte besteht diese Option also nicht. Über den Dienst friendfeed können Sie ebenfalls Ihre Kontakte auf einen Twitter-Account hin überprüfen.
Was ist also Twitter?
Einerseits ein sehr unterhaltsames Medium. Andererseits ein Medium, mit dem man schnell viele Informationen erzeugen oder konsumieren kann. Twitter lebt von seiner Schnelligkeit. Außerdem können Sie sich schnell und unkompliziert mit anderen Usern vernetzen.
Ein paar Fakten:
76 Prozent aller Twitterer haben maximal 50 Follower. Pro Tag verzeichnet Twitter 5.000 bis 10.000 neue Nutzer. Der Wert von Twitter wird auf 500 Mio. USD beziffert und leitet sich aus einem Kaufangebot von Facebook ab. In Deutschland nutzen bereits 100.000 Menschen Twitter. Alle diese Informationen habe ich von Herrn Kohlbrück, daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön!
Ich hoffe, ich konnte Ihnen Twitter etwas näher bringen. Wenn Sie sich jetzt einen Account einrichten, lassen Sie es mich wissen! Ich denke, Twitter ist definitiv das Medium der Zukunft und wird den Blogs langfristig den Rang ablaufen. Damit meine ich, dass die Quintessenz zukünftig über Twitter verbreitet wird, ähnlich wie ein Newsticker. Wer mehr Informationen will, kann diese dann in Blogs oder gar in den klassischen Medien nachlesen. Ich werde mich also zukünftig intensiver mit Twitter beschäftigen. Noch vergesse ich es häufig, aber ich werde daran arbeiten, es in meinen Alltag zu integrieren. Vorher muss ich aber erstmal meine Seite personalisieren ;-)
P.S. Probieren Sie Twitter einfach mal aus! :-)
Persönlicher Eintrag zu #Apple iPhone4
man,man,man !!!
Ich bin ja bekanntlich ein Apple Fan und ein Stolzer besitzer eines iPhone3GS mit den ich auch super zu recht komme. Da freu ich mich schon Wochen vorher auf das neue iPhone4 und spare mein Geld und überlege wie ich alles so hin bekomme das ich es mir so schnell wie möglich holen kann und dann DAS :-(( dieses nahzu geniale Handy hat Fehler und sein wir doch mal ehrlich, diese Fehler sind doch sowas von daneben ( man berühert eine stelle am Handy und der empfang ist gestört. HALLO Apple geht es noch?? Ich für mich habe endschieden erst noch ein paar Monate zu warten bis ich mir das iPhone4 hole.
Ich bin ja bekanntlich ein Apple Fan und ein Stolzer besitzer eines iPhone3GS mit den ich auch super zu recht komme. Da freu ich mich schon Wochen vorher auf das neue iPhone4 und spare mein Geld und überlege wie ich alles so hin bekomme das ich es mir so schnell wie möglich holen kann und dann DAS :-(( dieses nahzu geniale Handy hat Fehler und sein wir doch mal ehrlich, diese Fehler sind doch sowas von daneben ( man berühert eine stelle am Handy und der empfang ist gestört. HALLO Apple geht es noch?? Ich für mich habe endschieden erst noch ein paar Monate zu warten bis ich mir das iPhone4 hole.
Apple ,nobody is perfect!!!
(Wien, 16.7.2010) Bei seiner gestrigen Pressekonferenz bestätigte nun Apple auch die Existenz der Probleme beim Empfang. Gleichzeitig versicherte das Unternehmen, dass es seine Kunden happy machen möchte. Allerdings sei laut Apple die Zunahme der unterbrochenen Anrufe gegenüber dem iPhone 3GS nur einer von 100 Calls.
Die Maßnahmen, die Apple ankündigte, sind folgende:
- Die neue Software Release 4.0.1, die kürzlich erschien. Allerdings ändert dieser Software Update überhaupt nichts am Problem.
- Alle Eigentümer eines iPhone 4 erhalten kostenlos eine Schutzhülle oder bekommen die Kosten für eine bereits gekaufte erstattet. Apple glaubt, dass die erhöhte Zahl an Unterbrechungen auch darauf zurückzuführen sei, dass beim 4er weniger Hüllen in Gebrauch seien als bei früheren Versionen. Da seien mehr Schutzhüllen am Markt verfügbar gewesen als jetzt.
- Unzufriedene Kunden erhalten den vollen Kaufpreis zurück. Es wird angenommen, dass auch ein Tausch des Handys somit möglich sein wird.
Die Aktionen sind zunächst mit dem 30. September begenzt. Über die Kosten der Aktion herrscht noch Unklarheit. Schätzungen vorab waren von 10 Millionen bei kostenlosen Hüllen bis hin zu 1,5 Milliarden bei einem kompletten Tausch alle Geräte am Markt ausgegangen. Mit den jetzt angekündigten Maßnahmen werden die Kosten wohl irgendwo dazwischen zu liegen kommen.
Jedenfalls muss mit deutlichen Verzögerungen bei der Belieferung von Neukunden insbesondere in Märkten außerhalb der USA – also auch in Österreich – gerechnet werden, da Apple zusätzliche Produktionskapazitäten für den Gerätetausch benötigen wird. Das Ausmaß der Tauschlust wird sich aber erst in den nächsten Tagen abschätzen lassen. Außerdem ist fraglich, wann Apple eine Hardware mit verbessertem Antennendesign verfügbar haben wird.
( pfm )
Die Maßnahmen, die Apple ankündigte, sind folgende:
- Die neue Software Release 4.0.1, die kürzlich erschien. Allerdings ändert dieser Software Update überhaupt nichts am Problem.
- Alle Eigentümer eines iPhone 4 erhalten kostenlos eine Schutzhülle oder bekommen die Kosten für eine bereits gekaufte erstattet. Apple glaubt, dass die erhöhte Zahl an Unterbrechungen auch darauf zurückzuführen sei, dass beim 4er weniger Hüllen in Gebrauch seien als bei früheren Versionen. Da seien mehr Schutzhüllen am Markt verfügbar gewesen als jetzt.
- Unzufriedene Kunden erhalten den vollen Kaufpreis zurück. Es wird angenommen, dass auch ein Tausch des Handys somit möglich sein wird.
Die Aktionen sind zunächst mit dem 30. September begenzt. Über die Kosten der Aktion herrscht noch Unklarheit. Schätzungen vorab waren von 10 Millionen bei kostenlosen Hüllen bis hin zu 1,5 Milliarden bei einem kompletten Tausch alle Geräte am Markt ausgegangen. Mit den jetzt angekündigten Maßnahmen werden die Kosten wohl irgendwo dazwischen zu liegen kommen.
Jedenfalls muss mit deutlichen Verzögerungen bei der Belieferung von Neukunden insbesondere in Märkten außerhalb der USA – also auch in Österreich – gerechnet werden, da Apple zusätzliche Produktionskapazitäten für den Gerätetausch benötigen wird. Das Ausmaß der Tauschlust wird sich aber erst in den nächsten Tagen abschätzen lassen. Außerdem ist fraglich, wann Apple eine Hardware mit verbessertem Antennendesign verfügbar haben wird.
( pfm )
Donnerstag, 15. Juli 2010
Schauspiellehrer liess Schüler strammstehen!! via BT 2005
Artikel in der Berliner Zeitung "BZ" vom 25.10.2005 (kostenpflichtiges Archiv)
Schauspiellehrer liess Schüler strammstehen
Er ist jung, sieht gut aus und will zum Film. Aber M.(24) geriet in die Fänge eines skrupellosen Schauspiellehrers, der ihn wie einen Sklaven hielt...
Amtsgericht Tiergarten. Angeklagt: Jürgen Fuhrmann(53). Schon 1993 wurde er verurteilt: Er hatte sich einen Bühnenarbeiter gefügig gemacht, ihn stundenlang vor sich im Höschen strammstehen lassen und dessen Muskeln befühlt. Seither zieht er durch die Lande. Gibt den Chef einer "Schauspielschule und Casting-Agentur". Lockt mit Filmen, die nie gedreht werden. Immer wieder findet er naive Jungen wie M., die auf ihn reinfallen. Dann kommt gefälschte Post vom "Staatsanwalt", der Lehrer spielt "Bewährungshelfer" und ruft zur "Strafe": Kniebeuge, Luftsprünge, Strammstehen mit offenem Mund - in kurzer Hose, stundenlang. Und dazwischen befingert der "Schauspiellehrer" seinen Schützling von Kopf bis Fuß...
Marten hatte den Mut, den kriminellen Schauspiellehrer anzuzeigen. Urteil gestern: 1350 Euro Strafe wegen Nötigung. Andere Opfer sind heute prominente Schauspieler, schweigen noch immer, weil es ihnen peinlich ist.
Artikel im "Berliner Kurier" vom 25.10.2005
Berlins bizarrster Theaterlehrer
Der Schauspiel-Lehrer der Herr, sein Schüler der Sklave. So klingt der schlechte Film, der im Büro von Jürgen F. (54) abgelaufen sein soll. M.Z. (24): "Nur in Unterhose musste ich vor ihm turnen."
Stundenlange "körperliche Ertüchtigungen". M.Z.: "Halbhocke mit ausgestreckten Armen, Seilspringen, auf einem Bein hopsen..." Dann habe F. seinen Körper abgetastet: "Er wollte angeblich kontrollieren, ob ich Verspannungen habe."
Mit einem fingierten Schreiben der Staatsanwaltschaft in der Hand soll Jürgen F. die "Übungen" verkündet haben. Der Ex-Schüler: "2000 Stunden Strafe sollte ich demnach bei ihm ableisten." Erst Monate später bekam Z. heraus, daß es nie ein Verfahren gegen ihn gab. Dabei hatte er seinem Lehrer so vertraut: "F. sagte, ich könnte eine Hauptrolle in einem Ringer-Film spielen." Der Angeklagte lehnte sich zurück: "Solche Turnübungen hat es nie gegeben." Zeugen aber marschieren auf, darunter Sängerin Angelika Mann. Sie beobachtete eine nächtliche Turnszene durchs Fenster: "Marten hüpfte, F. lief um ihn herum, wie die Schlange ums Kaninchen."
Bereits vor 14 Jahren wurde F. für eine ähnliche Sache verurteilt. Auch jetzt stand für den Richter fest: "Er nötigte Z., Strafübungen zu absolvieren." Ob er auch das Schreiben gefälscht hatte, blieb offen. Das Urteil: 1350 Euro Strafe. K.E.
Artikel in der Berliner Zeitung "BZ" vom 04.03.1993
Theaterchef hielt Bühnenbildner als Sklaven
Sein Opfer mußte stundenlang strammstehen, die Muskeln testen lassen. Mildes Urteil: Nur 4500 Mark Geldstrafe
von Anne Losensky
Berlin - Es klingt wie ein Psycho-Thriller auf der Bühne, ist aber nicht erfunden: Ein Berliner Theater-Chef macht sich einen jungen Bühnenbildner hörig, hält ihn wie einen Sklaven.
Er hatte leichtes Spiel: Weil sein Opfer schon mal einen Hund überfuhr, lebte es in ständiger Angst vor der Justiz. Mit gefälschten Schreiben dreier Gerichte hielt Jürgen Fuhrmann (39) vom Kreuzberger Theater "Kreuz und Quer" den ehemaligen Tischler Olaf D. (26) in Schach.
Monatelang drangsalierte der Theater-Mann seinen Untergebenen. Er hatte sich ihm gegenüber als "Mann mit guten Beziehungen zur Justiz" ausgegeben, später als vom Gericht "zugeordneter Bürge". Weil tatsächlich ein Ermittlungsverfahren in anderer Sache gegen den Bühnenbildner lief, vertraute der dem Theater-Chef bedingungslos: Ließ sich Ausweis und Fahrerlaubnis wegnehmen. Stand stundenlang stramm vor ihm (während sich der Chef im Drehsessel räkelte). Wurde "bestraft": Täglich eine Stunde "körperliche Ertüchtigung" mit Liegestützen, Kniebeugen, Strecksprüngen auf der Bühne.
Einmal die Woche mußte Olaf D. - ausgezogen bis auf den Slip - die Muskeln befühlen lassen. Olaf D.: "Ick habe echt gelitten." Erst eine Freundin überredete ihn, zur Polizei zu gehen. Fuhrmann legte obskure Protokolle an ("Strafsache Olaf"), die ihn überführten. Der Theater-Chef: "Ich dachte, ich bin wirklich sein Bürge! Das war wie ein Zwang." Sein Verteidiger: Helfersyndrom, um den Bühnenbildner aus der Gosse auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu holen. Das milde Urteil: 4500 Mark Geldstrafe.
Erlass des Berliner Senats vom 08.08.2005
Die Senatsverwaltung Bildung Jugend Sport hat am 8. August 2005 erlassen: Die Fortführung der Ergänzungsschule CK-Castingkultur wurde aufgrund einer Untersagungsverfügung vom 8. August 2005 untersagt und die Einrichtung wird nicht mehr im Verzeichnis der Berliner Schulen geführt werden. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat in Übereinstimmung mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport die o.g. Schule im Verzeichnis der BAföG-förderungswürdigen Einrichtungen streichen lassen.
Passauer Neuen Presse vom Samstag, 30. Mai 2009
Sat. 1: Es gibt keine Pläne für einen Vierteiler - Von »Coach« Jürgen Fuhrmann hereingelegt
Schauspiellehrer liess Schüler strammstehen
Er ist jung, sieht gut aus und will zum Film. Aber M.(24) geriet in die Fänge eines skrupellosen Schauspiellehrers, der ihn wie einen Sklaven hielt...
Amtsgericht Tiergarten. Angeklagt: Jürgen Fuhrmann(53). Schon 1993 wurde er verurteilt: Er hatte sich einen Bühnenarbeiter gefügig gemacht, ihn stundenlang vor sich im Höschen strammstehen lassen und dessen Muskeln befühlt. Seither zieht er durch die Lande. Gibt den Chef einer "Schauspielschule und Casting-Agentur". Lockt mit Filmen, die nie gedreht werden. Immer wieder findet er naive Jungen wie M., die auf ihn reinfallen. Dann kommt gefälschte Post vom "Staatsanwalt", der Lehrer spielt "Bewährungshelfer" und ruft zur "Strafe": Kniebeuge, Luftsprünge, Strammstehen mit offenem Mund - in kurzer Hose, stundenlang. Und dazwischen befingert der "Schauspiellehrer" seinen Schützling von Kopf bis Fuß...
Marten hatte den Mut, den kriminellen Schauspiellehrer anzuzeigen. Urteil gestern: 1350 Euro Strafe wegen Nötigung. Andere Opfer sind heute prominente Schauspieler, schweigen noch immer, weil es ihnen peinlich ist.
Artikel im "Berliner Kurier" vom 25.10.2005
Berlins bizarrster Theaterlehrer
Der Schauspiel-Lehrer der Herr, sein Schüler der Sklave. So klingt der schlechte Film, der im Büro von Jürgen F. (54) abgelaufen sein soll. M.Z. (24): "Nur in Unterhose musste ich vor ihm turnen."
Stundenlange "körperliche Ertüchtigungen". M.Z.: "Halbhocke mit ausgestreckten Armen, Seilspringen, auf einem Bein hopsen..." Dann habe F. seinen Körper abgetastet: "Er wollte angeblich kontrollieren, ob ich Verspannungen habe."
Mit einem fingierten Schreiben der Staatsanwaltschaft in der Hand soll Jürgen F. die "Übungen" verkündet haben. Der Ex-Schüler: "2000 Stunden Strafe sollte ich demnach bei ihm ableisten." Erst Monate später bekam Z. heraus, daß es nie ein Verfahren gegen ihn gab. Dabei hatte er seinem Lehrer so vertraut: "F. sagte, ich könnte eine Hauptrolle in einem Ringer-Film spielen." Der Angeklagte lehnte sich zurück: "Solche Turnübungen hat es nie gegeben." Zeugen aber marschieren auf, darunter Sängerin Angelika Mann. Sie beobachtete eine nächtliche Turnszene durchs Fenster: "Marten hüpfte, F. lief um ihn herum, wie die Schlange ums Kaninchen."
Bereits vor 14 Jahren wurde F. für eine ähnliche Sache verurteilt. Auch jetzt stand für den Richter fest: "Er nötigte Z., Strafübungen zu absolvieren." Ob er auch das Schreiben gefälscht hatte, blieb offen. Das Urteil: 1350 Euro Strafe. K.E.
Artikel in der Berliner Zeitung "BZ" vom 04.03.1993
Theaterchef hielt Bühnenbildner als Sklaven
Sein Opfer mußte stundenlang strammstehen, die Muskeln testen lassen. Mildes Urteil: Nur 4500 Mark Geldstrafe
von Anne Losensky
Berlin - Es klingt wie ein Psycho-Thriller auf der Bühne, ist aber nicht erfunden: Ein Berliner Theater-Chef macht sich einen jungen Bühnenbildner hörig, hält ihn wie einen Sklaven.
Er hatte leichtes Spiel: Weil sein Opfer schon mal einen Hund überfuhr, lebte es in ständiger Angst vor der Justiz. Mit gefälschten Schreiben dreier Gerichte hielt Jürgen Fuhrmann (39) vom Kreuzberger Theater "Kreuz und Quer" den ehemaligen Tischler Olaf D. (26) in Schach.
Monatelang drangsalierte der Theater-Mann seinen Untergebenen. Er hatte sich ihm gegenüber als "Mann mit guten Beziehungen zur Justiz" ausgegeben, später als vom Gericht "zugeordneter Bürge". Weil tatsächlich ein Ermittlungsverfahren in anderer Sache gegen den Bühnenbildner lief, vertraute der dem Theater-Chef bedingungslos: Ließ sich Ausweis und Fahrerlaubnis wegnehmen. Stand stundenlang stramm vor ihm (während sich der Chef im Drehsessel räkelte). Wurde "bestraft": Täglich eine Stunde "körperliche Ertüchtigung" mit Liegestützen, Kniebeugen, Strecksprüngen auf der Bühne.
Einmal die Woche mußte Olaf D. - ausgezogen bis auf den Slip - die Muskeln befühlen lassen. Olaf D.: "Ick habe echt gelitten." Erst eine Freundin überredete ihn, zur Polizei zu gehen. Fuhrmann legte obskure Protokolle an ("Strafsache Olaf"), die ihn überführten. Der Theater-Chef: "Ich dachte, ich bin wirklich sein Bürge! Das war wie ein Zwang." Sein Verteidiger: Helfersyndrom, um den Bühnenbildner aus der Gosse auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu holen. Das milde Urteil: 4500 Mark Geldstrafe.
Erlass des Berliner Senats vom 08.08.2005
Die Senatsverwaltung Bildung Jugend Sport hat am 8. August 2005 erlassen: Die Fortführung der Ergänzungsschule CK-Castingkultur wurde aufgrund einer Untersagungsverfügung vom 8. August 2005 untersagt und die Einrichtung wird nicht mehr im Verzeichnis der Berliner Schulen geführt werden. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur hat in Übereinstimmung mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport die o.g. Schule im Verzeichnis der BAföG-förderungswürdigen Einrichtungen streichen lassen.
Passauer Neuen Presse vom Samstag, 30. Mai 2009
Sat. 1: Es gibt keine Pläne für einen Vierteiler - Von »Coach« Jürgen Fuhrmann hereingelegt
Foul-Spiel via RBB 2005
Foul-Spiel – wie eine Schauspielschule junge Menschen abzockt
"Ernst-Busch-Schule" oder Studiengang Schauspiel an der UdK – nur wenige junge Menschen kommen bei den staatlichen Schauspielschulen unter. Viele landen bei den privaten Schauspielschulen. Davon gibt es dutzende in Berlin, nicht immer seriös. In KLARTEXT packen jetzt Schüler einer privaten Schauspielschule aus. Sie fühlen sich ausgenutzt und abgezockt.
Totgesagte leben wirklich länger. In unserem Zeitungsarchiv fanden wir diesen Artikel, er ist vor 18 Jahren erschienen: „Jürgen Fuhrmann, Chef des Kreuzberger Theaters Kreuz und Quer, starb mit 34 Jahren an Lungenkrebs“, seine schwere Krankheit habe er bis zuletzt geheim gehalten. Freunde und Bekannte kamen damals zum angekündigten Bestattungstermin – den Verblichenen suchten sie allerdings vergebens. Letzte Woche saß Jürgen Fuhrmann unserer Autorin Gabi Probst quicklebendig gegenüber. Der Schauspiellehrer ist selbst schon in mehrere Rollen geschlüpft und hat vielen Vieles versprochen. Ein regelrechter Felix Krull - nur, dass seine Geschichten im wahren Leben spielen, mit echten Opfern.
Phillip Harth liebt die Bühne. Schon als Gymnasiast spielte im Schultheater.
Phillip Harth
“Ich habe mich nicht aufgedrängt und was soll ich mich jetzt nicht aufdrängen. Ich habe keinen Vertrag mit dem lieben Gott.“
Für die Schauspielerei hat er sogar sein Pädagogikstudium aufgegeben.
Phillip Harth
“Ich muss doch auf den Kopf gefallen sein.“
Phillip Harth
“Die Schauspielerei bedeutet mir alles, das einzige was ich machen will und ich würde praktisch fast alles dafür tun.“
Alles dafür tun, heißt für ihn 2002 von einen Tag auf den anderen Freundin und Familie zu verlassen und von München nach Berlin zu ziehen. Phillip ist nicht nur und jung unerfahren, er ist auch auf der Suche nach seinem Ich und unsicher.
Hier in der Agastraße in Berlin Treptow nimmt Philipp bis 2004 Unterricht. Sein Schauspiellehrer Jürgen Fuhrmann sieht für ihn eine große Karriere, will ihn aus seiner Sinnkrise herausholen. Er soll ihm sogar schon eine Filmrolle angeboten haben, was Fuhrmann allerdings heute bestreitet.
Phillip Harth
“ Er sagte auch, wer alles mitspielen würde, Heinz Hönig, Hannelore Elsner, Ralf Wolter und Axel Schulz sollte auch mitspielen. Und da dachte ich mir natürlich, Wahnsinn bei einem solchen Projekt mit zu machen, dann auch noch eine Hauptrolle zu haben. Klar bin ich dahin gegangen und hab das mitgemacht.“
Mitgemacht, heißt jeden Tag 24 Stunden unter den Fittichen von Herrn Fuhrmann. Phillip ist ja ganz allein Berlin.
Phillip Harth
“Ich fühlte mich sehr, sehr unter Druck gesetzt bei ihm. Er hat eben sehr gut in meine Psyche eingesehen und wusste auch genau, welche Druckpunkte ich habe.“
Was Phillip damals nicht ahnt: aus der Traumkarriere und der Filmrolle wird nichts. Und auch der Schauspielunterricht, vor allem der Einzelunterricht - wird zum Albtraum. Phillip fühlt sich als Sklave.
Phillip Harth
“Zum Beispiel, dass ich bei ihm also vor ihm in Unterhose stehen musste oder in sehr kurzen Hosen nur Sport machen musste. Die Sache war auch, dass er meinen Körper praktisch abfühlte. Er rechtfertigte das immer damit, dass eben er die Muskeln überprüfen müsse, dass nichts überlastet würde und dass er dann immer weiter in Richtung Schritt auch ging, mir dann auch mal den Hintern abgefühlt hatte. Da habe ich mich schon gefragt, was das soll.“
Jürgen Fuhrmann bestreitet solche Vorwürfe vehement. Er habe weder heute noch damals Schüler im Intimbereich berührt. Dem Vater von Phillip hat er per Gericht ähnliche Äußerungen untersagen lassen.
Wir recherchieren in Archiven. Als Theaterchef hielt sich Fuhrmann einen Bühnenarbeiter als Sklaven – titelt die Zeitung. Dafür ist er gerichtlich verurteilt worden.
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“ Es wurde so ausgelegt, es war im Prinzip keine Nötigung, ich habe nur damals nichts gesagt, weil…“
KLARTEXT
“Aber Sie sind verurteilt worden.“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ja weil ich eben nichts gesagt hab.“
Es wurde so ausgelegt? Wir recherchieren weiter. In Ahnatal bei Kassel, wo Fuhrmann offiziell wohnt und noch heute der Hauptsitz seiner Schule ist. Der Bühnenarbeiter und Phillip scheinen nicht die einzigen zu sein, bundesweit hören wir ähnliche Aussagen. Seit mehr als zwölf Jahren gibt Fuhrmann nach eigenen Angaben Schauspielunterricht. Früher nur hier im Haus seiner Eltern, – wie uns mehrere Schüler aus verschiedenen Städten berichten.
Einer von ihnen ist inzwischen ein berühmter Schauspieler. Er schämt sich für das, was ihm passiert ist, will anonym bleiben. Irgendwann hat er ihn angezeigt, doch zu spät – wegen Verjährung. Was Fuhrmann angeblich von ihm verlangte, ist für ihn heute noch unvorstellbar.
Schauspieler
“Ich habe auch erlebt, dass er Handschellen angelegt hat oder Fußschellen. Die Begründung war, um einen sozusagen vor sich selbst zu schützen. Für ihn ist es eindeutig einfach, eine Macht zu haben und sich auch irgendwie sexuell dabei auch zu befriedigen. Es ist auch nicht selten gewesen, dass ich gesehen habe, dass er nach diesen Kontrollen, wenn er dann versucht hat, schnell das Zimmer zu verlassen, auch eine Erektion hatte.“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Es ist gelogen.“
KLARTEXT
“Aber wundert Sie nicht, dass alle Schüler die wir gesprochen haben, die aus verschiedenen Städten kommen und zu verschiedenen Zeiten bei ihnen Unterricht hatten, immer das gleiche erzählen?“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ich nehme an, dass das irgendwie eine Absprache ist. Das mag ein privater Rachefeldzug von irgendwelchen Leuten eingefädelt sein. Aber es ist, das, was ich erzähle, ist definitiv wahr.“
Definitiv wahr? Die Homepage der Schule im Internet – scheinbar ein großes Unternehmen. Elf Lehrer gibt er hier an, die für ihn arbeiten. Und elf hat er auch der Senatsverwaltung Berlin gemeldet, die ihm die Genehmigung für das Betreiben der Schule erteilt hat. Die Schule ist sogar Bafög-berechtigt.
Ludger Pieper, Senatsverwaltung Jugend und Bildung Berlin
“Als wir die hier in Rede stehende Ersatzschule genehmigt haben, das war im August 2004. Da haben die Voraussetzungen vorgelegen, so dass wir eine Genehmigung aussprechen konnten.“
KLARTEXT
“Sie haben nach Aktenlage geprüft?“
Ludger Pieper, Senatsverwaltung Jugend und Bildung Berlin
“Wir prüfen die eingereichten Unterlagen und die waren ausreichend, um diese Zusage zu geben.“
Pieper scheint geduldig. Was die Behörde nicht vermochte, haben wir in drei Tagen recherchiert: Einige, der gemeldeten Lehrer waren wie sie, nie als Lehrer tätig, andere wie er, sind es schon lange nicht mehr, weil sie nicht bezahlt wurden – wie übrigens viele andere Geschäftspartner auch. KLARTEXT liegen sogar gerichtliche Titel mit sechsstelligen Summen gegen Herrn Fuhrmann vor. Jürgen Fuhrmann sagt hierzu, dass er sämtliche Forderungen bezahlt, es sei denn es bestünden Einwände gegen die Forderungen. Die uns zugesagten Belege über Zahlungen stehen bis heute aus. Mehrmals hat er den Offenbarungseid abgelegt – das letzte Mal 2003. Diese Zahlungsmoral hat auch die bekannte Entertainerin Angelika Mann erfahren, die nichts ahnend, Gesangsunterricht für Schüler gab und die wenig später – aber schon vor mehreren Monaten - die Senatsverwaltung warnte. Erfolglos.
Angelika Mann, Entertainerin
“Ich habe meine Geschäftsbeziehung beendet, weil ich hatte Schüler von ihm, die mir erst einmal relativ merkwürdige Sachen erzählt haben und hatte für diese Schüler, für diesen Unterricht Geld zu bekommen. Dieses Geld bekam ich nicht. Ich bekam Ausflüchte und bekam Briefe von einer gewissen Karin Bauer, die angeblich seine Geschäftsführerin ist, die in der gleichen Terminologie schrieb wie er auch, ich bekam gefakete Kontoauszüge geschickt. Es ging immer hin und her und irgendwann fühlte ich mich nur noch veräppelt.“
Veräppelt fühlen sich auch Schüler, denen er per Internet ein Vorsprechen bei der Zentralen Bühnen-, Film- und Fernsehagentur, kurz ZBF avisiert.
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Wir laden die ZBF zu unseren Prüfungen ein und es kommt auch vor, dass wenn es zeitlich klappt, auch dann kommen und so ist dann unsere Prüfung kombiniert mit denen.“
Bei der ZBF erfahren wir, dass zu keiner Zeit Mitarbeiter an einer Prüfung teilnahmen und es auch nicht vorhaben. Und der Hinweis im Internet?
Willi Hädler, ZBF Berlin
“Der ist irreführend, er entspricht nicht den Tatsachen. Da wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen der Abschlussprüfung und der ZBF, der so nicht dargestellt werden sollte.“
Seine neuen Schüler ahnen nichts. Erst im letzten Dezember ist Fuhrmann wegen Betruges verurteilt worden, das dritte Mal. Er akzeptiert das Urteil nicht, ist in Berufung gegangen.
KLARTEXT
“Sie sind mehrfach vorbestraft wegen Betruges. In Kassel läuft gerade wieder ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges. Meinen Sie, dass Schüler Ihnen noch vertrauen können?“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ja, weil ich habe nie jemanden wirklich betrogen.“
Nicht wirklich? Urteil ist Urteil. Phillip ist enttäuscht über die Behörden, die Schüler wie ihn nicht schützen und Fuhrmann die Schauspielschule genehmigt haben.
Wir haben übrigens der Senatsverwaltung die Aussagen der Schauspielschüler vorgespielt. Sie will jetzt eingreifen – endlich!
Beitrag von Gabi Probst
Stand vom 11.05.2005
Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 11.05.2005 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
"Ernst-Busch-Schule" oder Studiengang Schauspiel an der UdK – nur wenige junge Menschen kommen bei den staatlichen Schauspielschulen unter. Viele landen bei den privaten Schauspielschulen. Davon gibt es dutzende in Berlin, nicht immer seriös. In KLARTEXT packen jetzt Schüler einer privaten Schauspielschule aus. Sie fühlen sich ausgenutzt und abgezockt.
Totgesagte leben wirklich länger. In unserem Zeitungsarchiv fanden wir diesen Artikel, er ist vor 18 Jahren erschienen: „Jürgen Fuhrmann, Chef des Kreuzberger Theaters Kreuz und Quer, starb mit 34 Jahren an Lungenkrebs“, seine schwere Krankheit habe er bis zuletzt geheim gehalten. Freunde und Bekannte kamen damals zum angekündigten Bestattungstermin – den Verblichenen suchten sie allerdings vergebens. Letzte Woche saß Jürgen Fuhrmann unserer Autorin Gabi Probst quicklebendig gegenüber. Der Schauspiellehrer ist selbst schon in mehrere Rollen geschlüpft und hat vielen Vieles versprochen. Ein regelrechter Felix Krull - nur, dass seine Geschichten im wahren Leben spielen, mit echten Opfern.
Phillip Harth liebt die Bühne. Schon als Gymnasiast spielte im Schultheater.
Phillip Harth
“Ich habe mich nicht aufgedrängt und was soll ich mich jetzt nicht aufdrängen. Ich habe keinen Vertrag mit dem lieben Gott.“
Für die Schauspielerei hat er sogar sein Pädagogikstudium aufgegeben.
Phillip Harth
“Ich muss doch auf den Kopf gefallen sein.“
Phillip Harth
“Die Schauspielerei bedeutet mir alles, das einzige was ich machen will und ich würde praktisch fast alles dafür tun.“
Alles dafür tun, heißt für ihn 2002 von einen Tag auf den anderen Freundin und Familie zu verlassen und von München nach Berlin zu ziehen. Phillip ist nicht nur und jung unerfahren, er ist auch auf der Suche nach seinem Ich und unsicher.
Hier in der Agastraße in Berlin Treptow nimmt Philipp bis 2004 Unterricht. Sein Schauspiellehrer Jürgen Fuhrmann sieht für ihn eine große Karriere, will ihn aus seiner Sinnkrise herausholen. Er soll ihm sogar schon eine Filmrolle angeboten haben, was Fuhrmann allerdings heute bestreitet.
Phillip Harth
“ Er sagte auch, wer alles mitspielen würde, Heinz Hönig, Hannelore Elsner, Ralf Wolter und Axel Schulz sollte auch mitspielen. Und da dachte ich mir natürlich, Wahnsinn bei einem solchen Projekt mit zu machen, dann auch noch eine Hauptrolle zu haben. Klar bin ich dahin gegangen und hab das mitgemacht.“
Mitgemacht, heißt jeden Tag 24 Stunden unter den Fittichen von Herrn Fuhrmann. Phillip ist ja ganz allein Berlin.
Phillip Harth
“Ich fühlte mich sehr, sehr unter Druck gesetzt bei ihm. Er hat eben sehr gut in meine Psyche eingesehen und wusste auch genau, welche Druckpunkte ich habe.“
Was Phillip damals nicht ahnt: aus der Traumkarriere und der Filmrolle wird nichts. Und auch der Schauspielunterricht, vor allem der Einzelunterricht - wird zum Albtraum. Phillip fühlt sich als Sklave.
Phillip Harth
“Zum Beispiel, dass ich bei ihm also vor ihm in Unterhose stehen musste oder in sehr kurzen Hosen nur Sport machen musste. Die Sache war auch, dass er meinen Körper praktisch abfühlte. Er rechtfertigte das immer damit, dass eben er die Muskeln überprüfen müsse, dass nichts überlastet würde und dass er dann immer weiter in Richtung Schritt auch ging, mir dann auch mal den Hintern abgefühlt hatte. Da habe ich mich schon gefragt, was das soll.“
Jürgen Fuhrmann bestreitet solche Vorwürfe vehement. Er habe weder heute noch damals Schüler im Intimbereich berührt. Dem Vater von Phillip hat er per Gericht ähnliche Äußerungen untersagen lassen.
Wir recherchieren in Archiven. Als Theaterchef hielt sich Fuhrmann einen Bühnenarbeiter als Sklaven – titelt die Zeitung. Dafür ist er gerichtlich verurteilt worden.
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“ Es wurde so ausgelegt, es war im Prinzip keine Nötigung, ich habe nur damals nichts gesagt, weil…“
KLARTEXT
“Aber Sie sind verurteilt worden.“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ja weil ich eben nichts gesagt hab.“
Es wurde so ausgelegt? Wir recherchieren weiter. In Ahnatal bei Kassel, wo Fuhrmann offiziell wohnt und noch heute der Hauptsitz seiner Schule ist. Der Bühnenarbeiter und Phillip scheinen nicht die einzigen zu sein, bundesweit hören wir ähnliche Aussagen. Seit mehr als zwölf Jahren gibt Fuhrmann nach eigenen Angaben Schauspielunterricht. Früher nur hier im Haus seiner Eltern, – wie uns mehrere Schüler aus verschiedenen Städten berichten.
Einer von ihnen ist inzwischen ein berühmter Schauspieler. Er schämt sich für das, was ihm passiert ist, will anonym bleiben. Irgendwann hat er ihn angezeigt, doch zu spät – wegen Verjährung. Was Fuhrmann angeblich von ihm verlangte, ist für ihn heute noch unvorstellbar.
Schauspieler
“Ich habe auch erlebt, dass er Handschellen angelegt hat oder Fußschellen. Die Begründung war, um einen sozusagen vor sich selbst zu schützen. Für ihn ist es eindeutig einfach, eine Macht zu haben und sich auch irgendwie sexuell dabei auch zu befriedigen. Es ist auch nicht selten gewesen, dass ich gesehen habe, dass er nach diesen Kontrollen, wenn er dann versucht hat, schnell das Zimmer zu verlassen, auch eine Erektion hatte.“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Es ist gelogen.“
KLARTEXT
“Aber wundert Sie nicht, dass alle Schüler die wir gesprochen haben, die aus verschiedenen Städten kommen und zu verschiedenen Zeiten bei ihnen Unterricht hatten, immer das gleiche erzählen?“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ich nehme an, dass das irgendwie eine Absprache ist. Das mag ein privater Rachefeldzug von irgendwelchen Leuten eingefädelt sein. Aber es ist, das, was ich erzähle, ist definitiv wahr.“
Definitiv wahr? Die Homepage der Schule im Internet – scheinbar ein großes Unternehmen. Elf Lehrer gibt er hier an, die für ihn arbeiten. Und elf hat er auch der Senatsverwaltung Berlin gemeldet, die ihm die Genehmigung für das Betreiben der Schule erteilt hat. Die Schule ist sogar Bafög-berechtigt.
Ludger Pieper, Senatsverwaltung Jugend und Bildung Berlin
“Als wir die hier in Rede stehende Ersatzschule genehmigt haben, das war im August 2004. Da haben die Voraussetzungen vorgelegen, so dass wir eine Genehmigung aussprechen konnten.“
KLARTEXT
“Sie haben nach Aktenlage geprüft?“
Ludger Pieper, Senatsverwaltung Jugend und Bildung Berlin
“Wir prüfen die eingereichten Unterlagen und die waren ausreichend, um diese Zusage zu geben.“
Pieper scheint geduldig. Was die Behörde nicht vermochte, haben wir in drei Tagen recherchiert: Einige, der gemeldeten Lehrer waren wie sie, nie als Lehrer tätig, andere wie er, sind es schon lange nicht mehr, weil sie nicht bezahlt wurden – wie übrigens viele andere Geschäftspartner auch. KLARTEXT liegen sogar gerichtliche Titel mit sechsstelligen Summen gegen Herrn Fuhrmann vor. Jürgen Fuhrmann sagt hierzu, dass er sämtliche Forderungen bezahlt, es sei denn es bestünden Einwände gegen die Forderungen. Die uns zugesagten Belege über Zahlungen stehen bis heute aus. Mehrmals hat er den Offenbarungseid abgelegt – das letzte Mal 2003. Diese Zahlungsmoral hat auch die bekannte Entertainerin Angelika Mann erfahren, die nichts ahnend, Gesangsunterricht für Schüler gab und die wenig später – aber schon vor mehreren Monaten - die Senatsverwaltung warnte. Erfolglos.
Angelika Mann, Entertainerin
“Ich habe meine Geschäftsbeziehung beendet, weil ich hatte Schüler von ihm, die mir erst einmal relativ merkwürdige Sachen erzählt haben und hatte für diese Schüler, für diesen Unterricht Geld zu bekommen. Dieses Geld bekam ich nicht. Ich bekam Ausflüchte und bekam Briefe von einer gewissen Karin Bauer, die angeblich seine Geschäftsführerin ist, die in der gleichen Terminologie schrieb wie er auch, ich bekam gefakete Kontoauszüge geschickt. Es ging immer hin und her und irgendwann fühlte ich mich nur noch veräppelt.“
Veräppelt fühlen sich auch Schüler, denen er per Internet ein Vorsprechen bei der Zentralen Bühnen-, Film- und Fernsehagentur, kurz ZBF avisiert.
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Wir laden die ZBF zu unseren Prüfungen ein und es kommt auch vor, dass wenn es zeitlich klappt, auch dann kommen und so ist dann unsere Prüfung kombiniert mit denen.“
Bei der ZBF erfahren wir, dass zu keiner Zeit Mitarbeiter an einer Prüfung teilnahmen und es auch nicht vorhaben. Und der Hinweis im Internet?
Willi Hädler, ZBF Berlin
“Der ist irreführend, er entspricht nicht den Tatsachen. Da wird ein Zusammenhang hergestellt zwischen der Abschlussprüfung und der ZBF, der so nicht dargestellt werden sollte.“
Seine neuen Schüler ahnen nichts. Erst im letzten Dezember ist Fuhrmann wegen Betruges verurteilt worden, das dritte Mal. Er akzeptiert das Urteil nicht, ist in Berufung gegangen.
KLARTEXT
“Sie sind mehrfach vorbestraft wegen Betruges. In Kassel läuft gerade wieder ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges. Meinen Sie, dass Schüler Ihnen noch vertrauen können?“
Jürgen Fuhrmann, CK Casting
“Ja, weil ich habe nie jemanden wirklich betrogen.“
Nicht wirklich? Urteil ist Urteil. Phillip ist enttäuscht über die Behörden, die Schüler wie ihn nicht schützen und Fuhrmann die Schauspielschule genehmigt haben.
Wir haben übrigens der Senatsverwaltung die Aussagen der Schauspielschüler vorgespielt. Sie will jetzt eingreifen – endlich!
Beitrag von Gabi Probst
Stand vom 11.05.2005
Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 11.05.2005 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.
Mittwoch, 9. Juni 2010
Dienstag, 8. Juni 2010
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